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ERNÄHRUNG

 von Stephan Leifeld

DIE BESTEN TIPPS ZUM BREISTART

Wenn statt Muttermilch oder Flaschenmilch plötzlich Brei auf dem Speiseplan steht, ist alles wieder auf Anfang.

Dann „stehen“ sich zwei Welten gegenüber: das Kind will alles erst einmal untersuchen, bevor der nächste Schritt gegangen werden kann. Das sollten Eltern auch wirklich berücksichtigen. Ein guter Start gelingt mit entsprechender Vorbereitung und einer guten Portion Zeit. Lasst Euer Kind „Erfahrungen“ sammeln, bevor es weitergeht.

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Nicht mit einem wirklich schon hungrigen Kind beginnen …

Das weiß man von sich selbst, wie einem Hunger manches Mal so richtig die Laune verderben kann. Deshalb nicht den Breistart mit einem zu hungrigen Kind beginnen. Vielleicht erst ein bisschen der vertrauten Milch geben, um das Kind damit etwas ruhiger zu haben. 


Wenn man das einige Male gemacht hat, etwas Milch geben, warten, dann weiter füttern - wird die Umstellung in diesem Punkt nicht für Verunsicherung oder Missmut sorgen.



Umgebungsruhe ist eine wichtige Grundlage 

Unbewusstes Essen stellt sich bei uns Erwachsenen bereits ein, wenn wir abends vor dem Fernseher eine Tüte Chips, ein paar Nachos oder irgendwelche Häppchen, zu uns nehmen. Wir sind optisch abgelenkt, nehmen nicht mit den Augen wahr, was wir verspeisen. 


Wenn wir also in der Nähe von unserem Kind beispielsweise Mobiltelefon, Tablet, Fernsehgeräte oder Spielekonsole stehen haben, sollten diese in dem Augenblick ausgeschaltet oder stumm sein. 



Papa sollte bei dieser Umstellung den Anfang machen

Für alleinerziehende Mütter ist das vielleicht ein Problem, welches wir an anderer Stelle in unserem Magazin noch eingehend vertiefen. Aber natürlich wäre es besser, wenn der Papa mit dem Kind die Umstellung auf Breikost beginnt. Ohnehin sollte sich der Papa möglichst viel einbringen, bei jeglicher Veränderung in diesem Punkt. Aus eigener Erfahrung - ich bin Vater von sechs Kindern - weiß ich, wie sehr die Mama für das Kind mit der Milch assoziiert wird. 


Als Papa bin ich hier völlig unbelastet. Feinstofflich gewittert, werde ich vom „kleinen Vampir“ Kind nicht mit der nach Milch duftenden Mama in Verbindung gebracht. 


Nicht unter Zeitdruck beginnen …

Wie eingangs bereits erwähnt, sollte dieser Schritt mit der notwendigen Zeit vorgenommen sein. Wenn also der Pilates-Kurs wartet, ein beruflicher Termin, die Schwiegermutter ihren Besuch angekündigt hat, wäre dieses Projekt besser an einem anderen Tag zu starten.


Unsere Ruhe überträgt sich auf unseren Nachwuchs. In mehr Situationen, als es den meisten Eltern bewusst ist. Deshalb empfehle ich, die Nahrungserweiterung bzw. -Umstellung in Ruhe zu beginnen. Dabei sollte das Kind möglichst ausgeschlafen sein.



Der richtige Platz ist wichtig beim Essen

Das weiß man von sich selbst, dass man sogar im Restaurant lieber einen angenehmen Platz haben möchte, um die Speisen besser genießen zu können. 

Bei einem Kind verhält es sich natürlich ebenso. Dabei müssen wir allerdings umdenken, da das Kind quasi von einem Logenplatz an Mamas’ Brust gekommen ist. Der Kinderstuhl bei der ersten eigenen Mahlzeit mit festerer Nahrung stellt regelrecht eine Komfort-Verschlechterung auf Sperrsitz oder Fussboden dar. Das Kind möchte weiterhin auf Körperkontakt nicht verzichten.


Angenehm für das Baby beim Füttern, wäre bei einem Papa der Rechtshänder ist, das Sitzen auf dem linken Oberschenkel. Dann kann man das Kind mit der linken Hand festhalten - körperliche Nähe herstellen - und mit der rechten Hand füttern. 



Das richtige „Werkzeug“ ist wichtig

In einem Museum für römische Geschichte und germanische Kultur in Xanten habe ich einmal einen Hornlöffel kaufen können, der nicht wie ein normaler Teelöffel geformt war. Die Löffelfläche war stattdessen nach links gebogen. Für mich als Papa mit der Ausrichtung Rechtshänder zu sein, empfand ich das immer optimal. So konnte ich, wie ich es oben beschrieben habe, meine Kinder sehr bequem mit dem Löffel füttern. Die Form des Löffels half mir quasi dabei. 


Ich bin sicher, dass Eltern im Fachhandel entsprechend gebogene Löffel finden. Dabei spielt m.E. das Material nicht die erste Priorität, sondern Aussehen und Form. Gebt Eurem Kind den Löffel vor der ersten Mahlzeit auch mal zum Spielen…



Die höhere Intelligenz schult die niedrigere…

Wenn wir nun alles andere vorbereitet haben, sitzt das Kind auf unserem Schoß. Wir beginnen mit dem Füttern so, dass wir zum Kind auch blicken und sprechen. Ich kann mich noch gut erinnern, an die Sprüche mit dem „einen Löffel für Mama, einen Löffel für Papa,“ und so weiter. Diese Texte haben heute ebenso noch ihre Berechtigung, wie das berühmte Fütter-Flugzeug, oder was auch immer. Kinder haben einen Nachahmungstrieb.


Wenn Ihr also den Mund selber deutlich aufmacht, um den Löffel zu Eurem Mund zunächst zu führen, werden es Eure Kinder - wie es meine auch getan haben - nachtun. Sie sind dann wie die hungrigen Spatzen mit offenem Mund und warten …



Sehr wahrscheinlich wird gekleckert

Abschließend möchte ich die Empfehlung aussprechen, nicht selbst das Business-Hemd anzuhaben, welches anschließend noch im Büro gebraucht wird. Oder nicht die Tischdecke von der Oma auf dem Tisch zu haben. Dem Kind würde ich mit ein paar Tagen spielerischer Gewöhnung einen „Schlabberlatz“ umbinden. Diese Lätzchen erfüllen heute ihren Zweck, wie zu jeder Zeit zuvor.


Damit wirklich alles tiefenentspannt ;-) über die berühmte Bühne geht, nehmt diese Ratschläge nicht bierernst - aber zu Herzen. Ich wünsche Euch eine tolle Zeit mit Euren kleinen Babys. Mein jüngster Sohn ist inzwischen 10 Jahre. Ich weiß also, wie schnell diese Zeit vergeht.

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